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FAQ 2019-02-22T12:34:06+00:00

FAQ

Was ist ein Baugrundgutachten? 2018-01-29T09:17:47+00:00

„Baugrundgutachten“ ist eigentlich ein Sammelbegriff für eine ganze Menge unterschiedlicher Gutachten(teile), die allesamt einen Bezug zum Baugrund haben. Darunter fallen z.B. alle unter Dienstleistungen aufgezählten Gutachten. Oft meint „Baugrundgutachten“ umgangssprachlich hauptsächlich das geotechnische Gutachten evtl. noch unter Einbeziehung einiger Grundwasserinformationen.

 

Mein Baumeister sagt, dass er kein Gutachten braucht. Er kennt das oder macht das gleich mit. Stimmt das? 2018-01-29T09:30:13+00:00

Lokale Baumeister kennen oft den lokalen Untergrund sehr gut. Trotzdem ist niemand sicher vor örtlichen Inhomogenitäten („Ungleichheiten“). Mutter Natur arbeitet NIE „aus einem Guss“. Im Gegenteil: oft können nur einen Meter weiter bereits deutlich andere Bodenschichten vorliegen. Daher wird von Bauausführenden oft das Fundament (oft auch “die Bodenplatte“) massiv überdimensioniert. In dem Fall sparen Sie sich tatsächlich das Gutachten – Sie zahlen es nur bei den Betonarbeiten möglicherweise doppelt und dreifach retour!

Wer braucht ein Baugrundgutachten? 2018-01-29T09:18:40+00:00

Jeder Bauherr braucht ein Baugrundgutachten und damit auch Baugrunduntersuchungen, weil sämtliche Risiken, die vom Baugrund ausgehen, Bauherrenrisiko sind! Das ist auch nicht übertragbar.

Auch hier hat jemand ein paar Lire beim Baugrundgutachten gespart.

Wofür braucht man ein Baugrundgutachten? 2018-01-29T09:19:41+00:00

Wie auch unter Dienstleistungen angegeben haben verschiedene Gutachten verschiedene Aufgaben. Das Gutachten, das wohl jeder Bauherr braucht, ist die Beantwortung der Frage, ob sein Baugrund auch sein Haus tragen kann bzw. welche Belastung der Architekt oder Baumeister dem Baugrund über die Gründung zumuten darf. Aber natürlich ist es auch von Interesse, ob zum Beispiel das Grundwasser langsam aber sicher den Betonkeller angreift.

Wie erstellt man ein Baugrundgutachten? 2018-01-29T09:20:48+00:00

Ein gutes (=verwendbares) Baugrundgutachten erfordert professionelle Baugrunduntersuchungen, die sich in Art und Untersuchungstiefe nach der ÖNORM B 1997-2 Eurocode 7 richten und eine vollständige Grundlage für die Sicherheitsnachweise nach DIN 1054 liefern.

Daher muss immer eine vor Ort Untersuchung mit direkten Aufschlüssen stattfinden. Diese Ergebnisse werden von einem Fachmann begutachtet und er stuft ein welcher Boden genau vorliegt und wie viel Belastung man diesem zumuten darf.

Was ist denn ein Aufschluss? 2018-01-29T09:21:15+00:00

Unter einem Aufschluss versteht man eine Öffnung des Untergrundes, wo der anstehende Boden direkt begutachtet werden kann. Dies sind im Allgemeinen Schürfe und Bohrungen. Ein Schürf ist eine Grube, die von einem Bagger gegraben wird. Ein großer 20t-Bagger reicht etwa 5,5m in die Tiefe – und macht dabei schon ein ganz ansehnliches Loch. Eine Bohrung wird also oft der Aufschluss der Wahl sein, wenn weniger Baugrund gestört werden soll bzw. eine größere Tiefe erreicht werden muss. Schürfe sind eher hilfreich, wenn ein Bagger z.B. wegen eines Abbruches, schon vor Ort ist und z.B. ohne Keller gebaut werden soll.

Wie tief müssen denn die Aufschlüsse („Bohrungen“) sein? 2018-01-29T09:21:41+00:00

Beim geotechnischen Gutachten wird beurteilt, wie gut der Boden ist auf dem Sie bauen. Das ist also zwangsläufig alles UNTER dem Kellerniveau! Da nicht nur wichtig ist, worauf der Keller unmittelbar steht, sondern auch worauf diese Schicht wieder steht, gilt als allgemeine Faustregel, dass ein Aufschluss 3m unter die Sohle des Kelleraushubes reichen sollte. Diese Gründungssohle (= Aushubtiefe) ist ca. 1m unter Ihrem Kellerfußboden (üblich sind zumindest 1cm Kellerfußboden, 5cm Estrich, 5cm Dämmung, 30cm Betonplatte, 30cm Rollierung – also zumindest 70cm – zumeist mehr; wir rechnen daher mit 1m). Genaue Angaben finden sich in der ÖNORM B 1997-2:2017-01.

Wie wird denn gebohrt? 2018-01-29T11:34:20+00:00

Eine Bohrung muss eine Kernbohrung sein! Eine Kernbohrung ist eine Bohrung, bei der ein durchgehender „Kern“ gewonnen wird. Man weiß nach so einer Bohrung also ganz genau welcher Boden in welcher Tiefe ist!

Im Prinzip funktioniert das wie wenn man eine Hohlnadel in einen Kuchen steckt und wieder herauszieht. Man sieht dann am entnommenen Kuchen „Kern“ genau wo der Kuchen noch weich ist. Genauso wird das beim Boden gemacht – nur sind die Geräte etwas größer.

 

So sieht ein Bohrkern aus:

 

Eine Kernbohrung sieht so aus:

 

Oder so wenn es tiefer wird:

 

Geotechniker brauchen also den Bodenkern – es gibt aber auch Bohrverfahren welche „ein Loch im Boden“ liefern. Das ist für viele Zwecke ausreichend – nicht aber für die Bodenerkundung! Also keinesfalls Schneckenbohrungen, Spülbohrungen, Greiferbohrungen etc.!

 

Nie so:

 

Was hilft eine billige Schneckenbohrung, wenn nur vermischter Boden an die Oberfläche kommt?

Was sind Einbautenpläne? 2018-01-29T09:31:59+00:00

Falls auf Ihrem Grundstück Leitungen vorhanden sind, so sind diese zumeist in Plänen verzeichnet. Diese muss man suchen und finden.
Diese Pläne bekommen sie entweder vom Vorbesitzer, der Baubehörde, dem Grundbuch oder von den Stellen die diese Leitungen besitzen – sogenannten „Einbautendienststellen“. Diese können zB sein: Telefon, E-Werk, Wasserwerk, Telekabel etc. Ihre Gemeinde kann Ihnen da oft sehr gut Auskunft geben.

Oft sind diese Pläne auch schon online verfügbar! Googeln Sie doch einfach „Einbautenpläne Niederösterreich“ etc.

Wenn Sie diese Aufgabe selbst übernehmen kostet Sie das natürlich nur Ihre Zeit, weil die meisten Einbautendienststellen dafür kein Geld verlangen.

Was ist eine Einbautenerhebung? 2018-01-29T09:23:38+00:00

Unter Einbauten versteht man alles, was im Boden eingebaut ist – also zumeist Leitungen und Schächte. Schächte kann man zumeist sehr gut an der Oberfläche sehen – ganz im Gegensatz zu Leitungen. Bevor man bohren kann muss man sich daher vergewissern, dass keine Leitung beschädigt wird. Dadurch können nicht nur erhebliche Sachschäden entstehen, sondern es droht auch Gefahr für Leib und Leben (z.B. Hochspannungsleitungen, Gasleitungen etc.). Bei einer Einbautenerhebung fragt man alle Dienststellen, welche Einbauten haben könnten, um Auskunft an. Dies sind z.B.: Stromversorger, Gasversorger, Kanalbetreiber, Wasserversorger, Post und Telekabel etc.. ACHTUNG: es kann auf Ihrem Grundstück auch eine sogenannte Transportleitung vorhanden sein. Solche Leitungen dienen NICHT der Versorgung Ihres Grundstücks, sondern gehen nur durch. Das ist selten, kann aber sehr erhebliches Gefahrenpotential bergen. Hier kann Ihnen oft die Gemeinde weiterhelfen.

Was sind Kampfmittel bzw. was ist eine Kampfmittelerkundung? 2018-01-29T09:24:55+00:00

Bevor man bohren kann muss man auch wissen, ob eventuell alte Kampfmittel (von Gewehrmunition bis 500kg-Fliegerbomben) im Untergrund vorhanden sein könnten. Die einschlägige NORM ONR 24406-1 gibt genau darüber Auskunft, was zu tun ist und wie zu erkunden ist, wenn Kampfmittel zu vermuten sind.

Es wird zwischen Vorstudie, vertiefter Vorstudie und Gutachten unterschieden. Ein echtes Gutachten ist zumeist nicht nötig, wohingegen eine Vorstudie IMMER gemacht werden sollte. Diese Ortsüblichkeit kann z.B. beim Gemeindeamt erfragt werden. Generell gilt, dass in Wien ein Kampfmittelverdacht immer zu hinterfragen ist. In Gegenden, wo keinerlei Kampfhandlungen (Bodenkampf und Luftkampf!) stattgefunden haben – und dies z.B. vom Gemeindeamt auch bestätigt werden kann – kann dies bereits als Vorstudie angesehen werden.

ACHTUNG: auch wenn manche Anbieter nichts über Kampfmittel wissen oder vernachlässigen: SIE stellen den Baugrund bei! Damit stellen SIE auch die Gefahr bei. Baugrundrisiko ist Bauherrenrisiko!

Was ist eine Kampfmittelvorstudie? 2018-01-29T09:25:26+00:00

Diese wird üblicherweise von einem einschlägigen Sachverständigen durchgeführt. Gemäß ONR 24406-1 sind

„Zur Entscheidungsfindung historische Erkundungen durchzuführen. Relevante Informationen sind z. B. vom zuständigen Magistrat, Gemeindeamt oder etwa aus Bombenkatastern einzuholen und zu dokumentieren.“

Sollte also z.B. die Gemeinde bestätigen, dass im betroffenen Bereich nie Kampfhandlungen stattgefunden haben, ist Ihre Pflicht sorgfältig erledigt!

Andernfalls muss eine Vorstudie von einem Sachverständigen gemacht werden.

Was ist ein Pumpversuch? 2017-11-06T17:09:02+00:00

Aus einem Brunnen wird mit einer definierten Förderrate Wasser gepumpt, wodurch sich der Wasserspiegel im Brunnen selbst und in der Umgebung absenkt. Es bildet sich im Verlauf ein Absenkungstrichter, der sich mit zunehmender Zeit weiter ausbreitet und vertieft. Durch die gemachten Beobachtungen und Messungen während des Pumpversuches kann man auf die gewünschten Bodenkennwerte rückrechnen.

Warum kann ich die genannten Normen nicht gleich bei Euch herunterladen? 2018-01-29T09:27:30+00:00

Wir würden diese gerne bereitstellen. Das würde jedoch dem Copyright widersprechen, weshalb wir dies nicht dürfen.

Was sind Bodenklassen? 2018-01-29T09:28:06+00:00

In Österreich werden die Bodenklassen nach der ÖNORM B 2205 eingeteilt. Unterschieden werden sieben Kategorien

  • Bodenklasse 1: Mutterboden, Zwischenboden
  • Bodenklasse 2: Wasserhaltender Boden, Schöpfboden
  • Bodenklasse 3: Leichter Boden
  • Bodenklasse 4: Mittelschwerer Boden /Stichboden
  • Bodenklasse 5: Schwerer Boden / Hackboden
  • Bodenklasse 6: Leichter Fels
  • Bodenklasse 7: Schwerer Fels

Bodenklasse 1 und 2 können nicht bebaut werden, sondern müssen ausgetauscht werden. Bodenklasse 3-7 sind gut bebaubar – allerdings sind die Klassen 6 und 7 oft teuer in der Bearbeitung.

Was ist eine Bauwasserhaltung? 2018-08-20T09:20:57+00:00

Wenn sie ihren Keller bewusst in den Bereich des Grundwassers setzen wollen (oder dies nicht vermeiden können), dann ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass auch während der Bauphase Grundwasser in der Baugrube sein wird. Damit Ihre Bauarbeiter nicht unter Wasser arbeiten müssen oder Böschungen stabil bleiben etc., muss dieses Wasser abgepumpt werden.

Sollte eine „offene Bauwasserhaltung“ möglich sein so werden Pumpen in die Baugrube gesetzt, welche Ihren Baubereich über einfache Gräben etc. trocken legen können. Ist dies aus Gründen die in Ihrem Untergund oder Ihrem Bauvorhaben liegen nicht möglich, muss eine sogenannte
„geschlossene Bauwasserhaltung“ – oder auch Grundwasserabsenkung genannt – ausgeführt werden. Dafür werden rund um die Baugrube Brunnen gebohrt – oder bereits vorhandene verwendet – und mit Pumpen in diesen Brunnen das Grundwasser abgesenkt. Damit kann bereits der Aushub trocken durchgeführt werden.

Um solche Grundwasserarbeiten planen zu können sind Voruntersuchungen nötig wie z.B. der Grundwasserspiegel und der Grundwassergang oder auch der Durchlässigkeitsbeiwert des Untergundes in der relevanten Schicht.

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